Zwangsgedanken besiegen – (wie) geht das?

Zwangsgedanken besiegen: geht nicht. Lesen Sie, was stattdessen möglich ist

Zwangsgedanken besiegen möchte womöglich jede und jeder am liebsten. Klar. Aber: Mit so einem Ziel entwickelt man erst ein handfestes Problem. Warum das? Starke Gedanken bzw. stark oder sogar mächtig und übermächtig wirkende Gedanken haben alle eines gemeinsam:

  • Je mehr man sich bemüht, die Gedanken zu vertreiben oder loszuwerden, desto aufdringlicher werden sie.
  • Gedanken festigen sich, in dem man sich mit ihnen beschäftigt. Schon oft verwendetes Beispiel: Denken Sie jetzt nicht an ein gelbes Auto, in dem ein rosa Elefant um einen Kreisverkehr aus blauem Kaugummi fährt. Woran denken Sie? Was haben Sie vor Ihrem inneren Auge?

Und das überrascht nicht. Es entspricht der Natur unseres Gehirns. Das Gehirn beschäftigt sich intensiv mit dem, worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken:

  • Konzentriert der Mensch seine Aufmerksamkeit auf den Kampf gegen negative Gedanken, dann dreht sich natürlicherweise alles um … negative Gedanken. Und ums Kämpfen. Keine günstigen Voraussetzungen für einen gelassenen Umgang mit sich selbst.
  • Wird die Aufmerksamkeit auf etwas anderes gerichtet, dann wird wiederum genau das vom Gehirn in den Mittelpunkt gestellt.
  • So lange das Gehirn mit der Aufgabe Zwangsgedanken besiegen zu tun hat, wird es sich mit diesen Inhalten intensiv beschäftigen, denn es hat ja den Auftrag von Ihnen bekommen.
  • Was aber wird eintreten, wenn Sie am bisherigen Bild, z.B. der Beschreibung „Ich habe Zwangsgedanken und will sie loswerden“ oder „Ich will diese Zwangsgedanken besiegen“ etwas verändern?
  • Angenommen, Sie verändern z. B. nur etwas an der Bezeichnung, etwa so: „Ich habe [manchmal – wie andere auch – komische Gedanken im Kopf] und will sie loswerden” – Wie wirkt das? Oder:
  • Zweiter Vorschlag für eine Veränderung an der Selbstbeschreibung: „Ich habe [manchmal komische Gedanken im Kopf] und lasse sie einfach vorüberziehen …”

Zwangsgedanken gehen lassen, dann brauchen Sie nicht mehr gegen sie zu kämpfen

Gelassenheit hat mit lassen zu tun. Beim Umgang mit starken, beeindruckenden Gedanken geht es gar nicht ums Handeln, ums Kämpfen oder Aktivsein. Im Gegenteil. Alles kann sich in eine gute Richtung entwickeln, wenn Sie aufhören, gegen Ihre Gedanken zu kämpfen, sie besiegen zu wollen.

Wie viele Tage würden Sie probeweise bewusst darauf verzichten, gegen Gedanken anzukämpfen? Und anstelle dessen Ihre Gedanken als Ausdrucksform eines Ordnungssytems zu beschreiben?

  • Drei Tage?
  • Zwei Wochen?
  • Einen Monat?

Anders gefragt: Wie lange sind Sie schon – ob mit psychotherapeutischer Behandlung oder ohne – damit beschäftigt, sich mühsam und erfolglos gegen Gedanken zu wehren? Nehmen Sie einen Bruchteil dieser Zeitspanne und lassen Sie sich auf eine Überraschung ein. Sie werden sehr angenehm überrascht sein, sobald Sie sehen und spüren:

  • welche Last von Ihnen abfällt
  • wie Sie es sich nach und nach (wieder) gut gehen lassen können
  • welches Muster hinter dem steht, was andere (und vielleicht auch Sie) als Zwang erleben und beschreiben

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Sehen Sie sich hier weiter um. Auf der Seite zwangsvorstellungen.de finden Sie andere Beschreibungen zum Thema Zwänge und Zwangserkrankungen als sonst in der Fachliteratur und im Web. Finden Sie einen Zugang zu der inneren Seite von Ihnen, die ein intensives Bestreben zum Ausdruck bringt.

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